Bürgerinfo vor Weihnachten

Platz für Fragen, Gespräche und Vorschläge

Über 200 Personen waren am Donnerstag, 21. Dezember 2013, in die Aula der Friedrich-List-Realschule gekommen, um sich über die Einführung einer Gemeinschaftsschule an der jetzigen Friedrich-List-Realschule und die damit verbundenen Notwendigkeiten und Chancen zu informieren.

 

 

 

Auf dem Podium hatten Oberbürgermeister Michael Bulander und Leitender Schulamtsdirektor Roland Hocker vom Staatlichen Schulamt Tübingen ebenso ihren Platz wie die Schulleiterinnen und Schulleiter der weiterführenden Mössinger Schulen.

 

Mössingens Schullandschaft - ein Überblick

Oberbürgermeister Bulander und Schulamtsdirektor Hocker gingen zunächst auf die Veränderungen in der Schullandschaft im Allgemeinen und in Mössingen im Besonderen ein. Durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung haben sich die Schülerströme deutlich verändert. Dann stellte sich jede weiterführende Mössinger Schule kurz vor, bevor Rektor Nill von der Friedrich-List-Realschule erläuterte, warum die Realschule eine Gemeinschaftsschule werden möchte und wie sich dies auf den Schulbetrieb auswirkt (weitere Informationen dazu unter "Perspektiven").

Unterschieden gerecht werden

Nill hob hervor, dass die Friedrich-List-Realschule inzwischen eine sehr heterogene Schülerschaft verzeichnet, die sich aus Schülern mit Realschulempfehlung, Haupt- bzw. Werkrealschulempfehlung und Gymnasialempfehlung zusammensetzt. Dieser Heterogenität möchte die Schule durch eine noch differenziertere Betreuung als bisher gerecht werden. Dafür stehen in einer Gemeinschaftsschule allerdings deutlich mehr Lehrerstellen zur Verfügung. Auch die finanzielle Ausstattung einer Gemeinschaftsschule ist aufgrund höherer Sachkostenbeiträge besser.

Das Konzept ist in Planung

Die Realschule ist daher zurzeit dabei, ein pädagogisches Konzept zu entwickeln, um die bisherige Realschule ab dem Schuljahr 2015/16 zu einer vierzügigen Gemeinschaftsschule umzustrukturieren. An der künftigen Gemeinschaftsschule soll es an drei Nachmittagen Unterricht bis etwa 15.30/16.00 Uhr geben. Im Unterricht soll entsprechend den Stärken oder Schwächen der Schüler stärker differenziert werden; dazu gehört auch eine Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf. Es werde heterogene Lerngruppen geben, aber auch stundenweise Förderung entsprechend dem Leistungsstand. Die bewährte Zusammenarbeit mit Betrieben soll fortgeführt und die bestehenden Kooperationen mit Vereinen möglichst noch ausgebaut werden. Seitens der Stadt Mössingen als Schulträger müssen außerdem für eine Gemeinschaftsschule mehr Räume als für eine Realschule zur Verfügung gestellt werden.

Zeit für Fragen

Im Anschluss an diese grundsätzlichen Informationen hatten die Anwesenden die Möglichkeit, mit allen Schulleitern ins direkte Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Anregungen oder Bedenken zu äußern. Die wesentlichen und meistgenannten Punkte wurden anschließend, moderiert durch Ute Kinn von „GRiPS – Gesellschaft für intelligente Projektsteuerung“, im Plenum nochmals besprochen und die Fragen durch die Podiumsteilnehmer beantwortet.

Wesentliche Themen waren Fragen nach dem Fortbestehen der Flattichschule und der Werkrealschule an der Gottlieb-Rühle-Schule. Hier kann zur Zeit nur gesagt werden, dass dies wesentlich vom Anmeldeverhalten der Eltern abhängen wird. Gefragt wurde auch, wo die Lernmaterialien für das differenzierte Lernen herkommen, was sich für die Lehrerinnen und Lehrer an einer Gemeinschaftsschule ändert, wie sich der Ganztagsbetrieb mit Familie und Vereinsleben vereinbaren lässt und vieles mehr.

Ganz allgemein stellte Herr Hocker vom Staatlichen Schulamt klar, dass künftig das Schulsystem aus zwei Säulen bestehen soll, nämlich dem Gymnasium und einem weiteren, integrativen Bildungsgang, der zum Beispiel durch eine Gemeinschaftsschule angeboten werden könne. Jede Gemeinschaftsschule könne, abhängig von den jeweiligen Gegebenheiten, eine eigene Ausprägung entwickeln und für ihre Arbeit z. B. Lehrkräfte aus den Ausbildungsbereichen Hauptschullehrer, Realschullehrer und Gymnasiallehrer einsetzen.

Das Protokoll zur Veranstaltung und weitere Informationen

Angesichts der Fülle der Themen wird die Stadt so bald wie möglich das Protokoll dieser Informationsveranstaltung auf der städtischen Homepage www.moessingen.de veröffentlichen, damit man sich auf diesem Weg ausführlich informieren kann.